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Editorial

„Money makes the world go round”

Geld regiert die Welt! – Doch wer regiert das Geld?

Alles in der Welt dreht sich rund ums Geld. Wir gehen “Geld verdienen” und nicht etwa “Urlaub verdienen” oder “Essen verdienen”. Viel Geld besitzen ist der Traum der meisten Menschen, ermöglicht es doch, ein Leben mit all seinen Annehmlichkeiten zu führen. Geld ist Symbol für Wohlstand, Luxus, Freiheit, Sicherheit, Macht,... Geld wird heute einem Götzen gleich verehrt, dient als Gottesbild oder Religionsersatz und mutierte gar zu einer Droge – der „Gier nach mehr“.

Doch obwohl Geld unser aller Leben weitgehend bestimmt und wir es täglich mehrfach für unterschiedlichste Transaktionen verwenden, wissen wir oft viel zu wenig Bescheid darüber. Geld ist nach wie vor ein großes Tabuthema. Es ist nicht nur eine der genialsten Erfindungen der Menschheit, sondern gleichzeitig Ursache unserer größten Probleme.

99% der Menschen sehen das „Geldproblem“ aber nicht. Die Politik sieht es nicht, die Wissenschaft sieht es nicht, die Ökonomie sieht es nicht, es wird sogar als „nicht existent“ erklärt. Solange wir aber unser Geldsystem nicht als ursächliches Problem für Kriege und Umweltzerstörung erkennen, ist eine sozialökologische Wende nicht möglich.

Neues Geld - Geld ist gestaltbar
Geld ist die Grundlage unserer hoch arbeitsteiligen Gesellschaft und hat diese erst ermöglicht. Anders als oft behauptet, ist es aber nicht einfach nur ein Schmiermittel der Wirtschaft – es ist auch weit mehr als Banknoten, Münzen oder die Ziffern auf dem Kontoauszug. Geld gestaltet Gesellschaft. „Wirtschaften“ erfolgt nach „Spielregeln“, die von Menschen geschaffen wurden und von denselben auch wieder geändert werden können, so sich die einmal gewählten Regeln als
nicht dienlich erwiesen haben.

Geld entspricht in der Analogie zum menschlichen Körper dem Blut der Ökonomie, das idealerweise störungsfrei im Kreislauf zirkuliert und die Wirtschaft im erforderlichen Ausmaß mit dem notwendigen Tauschmedium versorgt. Der Mensch verfügt aber nicht nur über eine Blutbahn, sondern auch über ein Lymphsystem mit weißen Blutkörperchen,
die dafür sorgen, dass die Immunabwehr funktioniert und der Organismus gesund bleibt. So können komplementäre, ergänzende Zahlungssysteme dazu beitragen, einen gesellschaftlichen Organismus gesund zu halten. Regional gültige Zahlungsmittel können in einer entgrenzten, globalisiertenWelt die Zellmembran bilden, die erst ein Überleben der kleinen Einheit ermöglicht. Jeder Gärtner weiß, dass es im Gewächshaus besser gedeiht als auf freiem Feld – ergänzende Zahlungsmittel können Regionalwirtschaft stärken und schützen so vor dem rauen Wind
der neoliberalen Globalisierung.

Es stellt sich dabei eine Reihe von Fragen, so z.B.:Was ist Geld denn eigentlich? Wofür brauchen wir Geld überhaupt, und was sind die jeweiligen Funktionen des Geldes? Wie entsteht Geld, und was bewirkt es? Was macht es mit uns Menschen eigentlich?

Die Demokratisierung der Finanzwirtschaft
Sobald sich eine kritische Masse in der Bevölkerung über die grundlegendeWirkung und Bedeutung des Geldsystems bewusst geworden ist und auch die Möglichkeiten zur Veränderung desselben erkannt hat, werden auch die Gesetze diesen Erkenntnissen folgen und ein noch besseres, dem Menschen und der Natur dienliches Geldsystem ermöglichen.
Historische Beispiele und eine Vielfalt von bestehenden und teils recht unterschiedlichen Zahlungssystemen beweisen, dass dies heute schon möglich ist.

Um eine Veränderung zum Wohle der gesamten Menschheit und unseres Planeten zu erwirken, braucht es informierte Menschen, die für ihre Rechte eintreten. Dazu soll das Projekt neuesGELD.com beitragen.

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Das Team, das das multimediale Ausstellungs-Projekt neuesGELD.com umsetzt: Texte: Veronika Spielbichler, Mag. Georg Pleger, Jutta Seethaler, Mag. Michael Graf, DI (FH) Rudo Grandits.

tn_02_alexmey2.JPG Plakat-Grafik: Alex Mey